Juni 2022: Die Freien Bäcker e.V. im Europäischen Parlament

Mit der Veröffentlichung von „Rural Europe Takes Action – No More Business as Usual“ wurde am 7. Juni während der Plenarsitzung im Europäischen Parlament ein provokantes, optimistisches, vielfältiges und handlungsorientiertes Buch vorgestellt. Vor Ort in Straßburg und auch im Buch mit dabei: Die Freien Bäcker e.V.


Mit der Veröffentlichung von „Rural Europe Takes Action – No More Business as Usual“ (Link zur online Ausgabe des Buches) wurde am 7. Juni während der Plenarsitzung im Europäischen Parlament ein provokantes, optimistisches, vielfältiges und handlungsorientiertes Buch vorgestellt. Vor Ort in Straßburg und auch im Buch mit dabei: Die Freien Bäcker e.V.

Verantwortet wurde die Veröffentlichung durch Katrīna Idū (Forum Synergies) und Hannes Lorenzen (ARC 2020). Neben dem Verein setzte sich das Publikum der Veranstaltung aus Interessensvertreter*innen und Abgeordneten der EU zusammen. Grund der Zusammenkunft in Straßburg waren die mit der Buchveröffentlichung verknüpften Forderungen an die EU-Institutionen, Maßnahmen zu ergreifen, um den ländlichen Raum zu stärken und Worten Taten folgen zu lassen: Raus aus einem „weiter wie bisher“ und hin zu einer echten, zukunftsorientierten Transformation.

Neben den Freien Bäckern, werden in dem Buch viele weitere Initiativen vorgestellt, die an einer solchen Transformation des Status quo arbeiten. So zum Beispiel auch die von uns schon besuchten Paysans Boulangers (Bäckerbauern) aus Frankreich. Oder aber Fuori di Zucca (Solidarische Einkaufsgemeinschaft) aus Italien und Cargonomia (Lastenrad Fahrradkurier) aus Ungarn.

Während der Veranstaltung wurden 8 Kernforderungen laut:

1. Eine Frührente für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) in ihrer jetzigen Form scheint unausweichlich. Als Alternative präsentierten Arc2020 und das Forum Synergies eine neue integrierte, noch ungeschriebene Verordnung für ländlichen Raum und Landwirtschaft.

2. Die neue Verordnung möchte den Spieß umdrehen und schlägt vor, die „ökologische Produktion und Verarbeitung oder gleichwertige Verfahren bis 2040“ als „rechtlichen Maßstab“ für die EU-Landwirtschaft zu definieren. So könnte gleichzeitig ein Fokus auf den ländlichen Raum erreicht und Landwirtschaft und Ernährung integriert werden.

3. Die neue Regulierung soll darauf ausgerichtet sein, eine wandlungsfähige ländliche Infrastruktur zu schaffen.

4. Um den geforderten Kurswechsel zu erreichen, muss schon heute gehandelt und die Weichenstellung, die 2028 ansteht, vorbereitet werden.

5. Transformationsprozesse innerhalb der EU – insbesondere, wenn sie den ländlichen Raum betreffen - sind zu schwach und müssen radikal verbessert werden. Dies zeigen auch die Schlussfolgerungen zur Zukunft Europas vom 9. Mai und die Konferenz ländlicher Zusammenschluss vom 15. Juni (https://ec.europa.eu/eip/agriculture/en/event/rural-pact-conference). Beides sind Versprechungen, keine Taten: Europa verdient mehr!

6. Ein starker ländlicher Raum ist die Antwort auf viele der zusammenhängenden Fragen, mit denen wir konfrontiert sind. Wie die Freien Bäcker zeigen, wird eine neue diversifizierte ländliche Infrastruktur der Schlüssel sein.

7. Die wichtigsten politischen Interessenvertreter waren sich über den Handlungsbedarf, die Dringlichkeit und den Wert der im Buch beschriebenen Ansätze einig.

8. Europa muss sich zielgerichtet mit Albanien und Nordmazedonien auseinandersetzen, um in der aktuellen Lage Stabilität und Frieden zu gewährleisten. Echte Beitrittsverhandlungen müssen jetzt stattfinden.

Wer mehr erfahren möchte, findet unter folgendem Link einen ausführlicheren Beitrag zur Veranstaltung:

https://www.arc2020.eu/reversing-rule-and-exception-transformative-new-integrated-policy-for-rural-agri-food-presented-in-european-parliament/